Als DG Flugzeugbau im Jahre 1996 gegründet wurde, übernahmen wir selbstverständlich die Musterbetreuung aller jemals bis dahin gebauten DG Flugzeuge mit allem, was dazu gehört.
Zeitgleich entwickelte sich in der Zeit das Internet zu einem Massen-Kommunikationsmittel und nach und nach wurden wir mit einer Flut von Anfragen der Piloten aus aller Welt konfrontiert, die ihre Fragen plötzlich direkt dem Musterbetreuer stellten. Wie Sie wissen, haben wir sie alle beantwortet.
Versuche, die Fragenflut zu kanalisieren wie auch die Einrichtung eines technischen Forums brachten vorübergehende Entlastung, die aber schnell von der explosionsartig weiter steigenden Flut der Anfragen aufgezehrt wurde. Das passierte in verstärktem Maße mit Übernahme auch noch der Musterbetreuung der Rolladen-Schneider Flugzeuge. Die vorübergehende Übertragung der Musterbetreuung der LS4 und LS6 auf AMS in Slowenien brachte auch keine Entlastung, denn AMS stellte sich kurzerhand taub, und die Piloten fragten wieder bei uns nach! Deshalb haben wir die Betreuung der LS4/LS6 wieder zurück nehmen müssen.
Und dann kam ab 2004 die EASA, die lt. politischen Entschluss eine weitgehende Deckung der ihr entstehenden Kosten zu erreichen hat mit der Folge erheblich zunehmender Bürokratie zu exorbitanten Kosten.
Es wurde offensichtlich, dass die Musterbetreuung der alten Flugzeuge einen hohen Verlust innerhalb des Unternehmens verursachte, und so haben wir im Frühjahr 2009 erstmalig eine genauere Kostenanalyse gemacht mit dem erschreckenden Ergebnis, dass die Betreuung mit mehreren Hunderttausend Euro pro Jahr von anderen Bereichen des Betriebes subventioniert werden muss. Das kann so nicht weiter gehen, da sonst das ganze Unternehmen in Gefahr geraten würde!
Es ist keine Frage, dass zum Verkauf eines nicht ganz billigen Neuflugzeugs auch ein angemessener After-Sales-Service gehört. Das ist selbstverständlich! Deshalb gilt alles Folgende nicht für die Flugzeuge, die seit 1996 von unserem eigenen Unternehmen DG Flugzeugbau GmbH gebaut und verkauft wurden – etwa 700 Maschinen. (Auch nicht, wenn diese Flugzeuge inzwischen den Besitzer gewechselt haben.)
Für diese Flugzeuge und für alle zukünftig neu gebauten bleibt alles so, wie es derzeit ist. Deren Musterbetreuung ist als After-Sales-Service weiterhin kostenfrei.
Aber was machen wir mit den alten Maschinen von Glaser-Dirks und Rolladen-Schneider? Einerseits haben wir die nie verkauft und deshalb an ihnen nie etwas verdient, womit wir das erforderliche hochqualifizierte Personal bezahlen könnten. Andererseits haben uns diese zahlungsunfähig gewordenen Vorgängerfirmen einen guten technischen Ruf hinterlassen mit ihren - in den Maßstäben ihrer Herstellungszeit - gut gelungenen Flugzeugen.
Auch wenn für uns keine Rechtspflicht besteht, für diese Flugzeuge noch weiter einen Service anzubieten, so sehen wir uns doch als Fliegerkameraden - die wir ja nebenbei auch sind - moralisch in der Pflicht, den Erhalt der Lufttüchtigkeit dieser Flugzeuge zu ermöglichen. In den technischen Fragen lassen wir uns dabei vom Anspruch und von den Lösungsgedanken der besagten Vorgängerfirmen leiten. In den wirtschaftlichen Fragen erscheinen uns diese jedoch natürlich nicht als Leitlinie, denn wir möchten nicht deren wirtschaftliches Schicksal erleiden.
Auch Sie als Flugzeughalter hätten nichts davon, wenn es uns bald nicht mehr gäbe.
Ab Anfang 2010 sind also für die betroffenen Flugzeuge u. a. die folgenden Leistungen unseres Unternehmens nur abrufbar, wenn ein solcher Betreuungsvertrag für jedes Flugzeug besteht:
Wir haben alle Wartungshandbücher in monatelanger Arbeit erneuert. Das war dringend geboten. Sie waren teilweise in einem "furchtbaren" Zustand! Die Wartungshandbücher erhalten alle Piloten mit einem Betreuungsvertrag für das Jahr 2010 kostenlos, sobald sie vom LBA geprüft sind. Wer erst in 2011 abschließt, wird das Handbuch nachkaufen müssen.
Eine Technische Mitteilung verbunden mit Änderungen im Kennblatt der Flugzeuge regelt, dass aktuelle Handbücher bis zum Ende März (oder Ende Juni bei einigen Typen) bei jedem Piloten vorhanden sein müssen. Die Handbücher werden allerdings jeweils nur ein Jahr Gültigkeit haben, und jährlich müssen die Updates und mindestens das Deckblatt neu bezogen werden. Wie das genau geschieht, ist derzeit noch offen. Wir werden darüber im Laufe des Jahres 2010 entscheiden. Diese Wartungsunterlagen muss der Halter für jedes im Einsatz befindliche Flugzeug vorweisen können.
Einige Handbücher werden absehbar bis zum 31. März nicht fertig geprüft sein durch das LBA. In diesen Fällen gilt als letzter Termin der 30.6.2010. Die zugehörige Technische Mitteilung wird also noch einmal geändert werden.
Diese Handbücher verkaufen wir Ihnen also. Der Preis ist ein "Betreuungsvertrag".
Wir können es uns sehr gut vorstellen, dass nahezu alle betroffenen Piloten beim erstmaligen Lesen dieser Zeilen erschrocken und verärgert sind. Wer lässt sich schließlich gern zwangsweise von jemand Fremdem in die Tasche fassen und zahlt freiwillig für einen benötigten Service, der Jahrzehntelang kostenfrei war? Nur anders herum:
Wer soll denn die ständig auflaufenden Kosten tragen, wenn nicht der begünstigte Halter der Flugzeuge?
Die Alternative wäre ganz klar die Aufgabe der Musterbetreuung für die alten Flugzeuge, denn sonst käme die ganze Firma DG Flugzeugbau in Gefahr.
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Hier finden Sie einen
Seien Sie so gut, vor einer nächsten Frage, JNP oder Bestellung an uns, diesen vollständig auszufüllen, zu unterschreiben, uns zu übermitteln (per Brief, Fax, PDF) und den ersten Beitrag anzuweisen.
Mit Fliegergrüßen
Friedel Weber und Holger Back
Hier ist noch einmal als Dokument zusammengefasst, welche Leistungen - außer der notwendigen Musterbetreuung - der Vertrag noch bietet:
Die folgende Tabelle zeigt die Flugzeuge, welche nicht von uns gebaut wurden aber betreut werden müssen:
| DG-100 | DG-200 | DG-300 | DG-400 | DG-500 | DG-600 | DG-800 | DG-1000 |
Werk-Nr | alle | alle | alle ** | alle | alle ** | alle | 1-84 | keine |
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| LS1 | LS3 | LS4 | LS6 | LS7 | LS8 | LS9 | LS10 |
Werk-Nr | alle | alle | alle | alle | alle | bis 8497 | alle | keine |
**Ausnahmen - Flugzeuge, die von DG FLugzeugbau verkauft wurden:
DG-300 W-Nr: 469,470,472,473,476,477,478-482,484-486,492,497
DG-500 W-Nr: 161,162,165-176,178-193,196-204,206,209,211,213-221,223,225,228-230,232,234-247
Untergruppen eines Flugzeugtyps sind jeweils eingeschlossen. „LS1“ heißt eben LS1a-f und
„DG-100“ umfasst auch DG-101, DG-100 Club etc.
Hier eine kurze Erklärung zum System unserer Werksnummern
In einem "Vortest" haben wir schon festgestellt, dass eine Reihe von Fragen aufkommen. Diese sollen hier zusammen gefasst beantwortet werden, damit wir nicht tausende von Mails schreiben müssen:
Sie sollten sich den Vertragstext herunter laden und am besten mit einem Textprogramm ausfüllen. Wenn Sie ihn handschriftlich ausfüllen, bitte ganz sorgfältig die Mail-Adresse eingeben!
Unterschreiben Sie den Vertrag und übermitteln Sie ihn uns. Das geht am besten traditionell mit einem Brief an unsere Adresse oder per Fax an +49 (0)7251 3020200, oder Sie machen ein PDF-File draus und schicken es per Email an betreuung(at)dg-flugzeugbau.de.
Und natürlich können Sie erstmal weiter fliegen! Die Technische Mitteilung ist noch gar nicht erschienen und wird die neuen Handbücher erst zur nächsten JNP - spätestens zum 31.3.2010 bzw 30.06.2010 fordern.
Sie erhalten per Email eine Bestätigung und nach Prüfung durch das LBA das neue Wartungshandbuch mit dem aktuellen Deckblatt.
Kalkulieren Sie bitte ein paar Tage Bearbeitungszeit unsererseits ein. Bestellen Sie die Unterlagen also rechtzeitig vor der nächsten JNP.
Am einfachsten ist es, wenn Sie alles Ihren Instandhaltungsbetrieb machen lassen - siehe 1.5!
Ansonsten würden wir am liebsten eine Lastschrift-Ermächtigung bekommen. Das geht aber nur in Deutschland.
Sie können auch den Betrag vorab überweisen. Das geht am schnellsten. Nur - denken Sie dann auch im nächsten Jahr daran?
Wenn wir Ihnen erst eine Rechnung schreiben sollen, die Sie anschließend begleichen, werden Sie sicher etwas Zeit verlieren.
Wenn Sie die Summe nicht auf einmal aufbringen können, können Sie uns auch wegen einer Zahlung in zwei Raten ansprechen.
Im Ausland können Sie auch per Kreditkarte bezahlen, in dem Sie uns die Daten übermitteln. Bitte geben Sie die auch dann ein, wenn wir schon mal abgebucht hatten. Aus Datenschutzgründen speichern wir keine Kreditkartendaten unserer Kunden.
Die Handbücher sind alle im DIN A4-Format abgespeichert. Sie können sie so ausdrucken.
Wenn Sie die Handbücher aber am Flugplatz nutzen, ist ein Ausdruck im 2xA5-Format sicher praktischer. Das können Sie beim Ausdruck in Ihrem Acrobat- oder Foxit-Reader einstellen:
(Anpassen der Seitengröße = "Mehrere Seiten pro Blatt" / Seiten pro Blatt = "2 x 1" / Druckereigenschaften = "Querformat" - das sind die Einstellungen beim Acrobat 9; andere sind ähnlich!)
Ja, Sie brauchen ihn nur zu beauftragen. Er sollte schon informiert sein oder er möge uns fragen.
Mit Hilfe der Identnummer finden wir in unserem Rechner am schnellsten Ihren Betreuungsvertrag wieder. Nennen Sie uns diese Nummer bitte bei jeder Frage und jeder Bestellung!
Nein. Für alle Flugzeuge, die DG Flugzeugbau GmbH nach 1996 gebaut hat, gilt ein lebenslanger After-Sales-Service. Den haben Sie beim Kauf Ihres Gebrauchtflugzeugs sozusagen mit erworben.
Das gilt natürlich auch für Kunden, die ein von uns gebautes Flugzeug besitzen und verkaufen wollen. Deren Käufer braucht also auch keinen Betreuungsvertrag.
Jedes einzelne Flugzeug benötigt einen eigenen Betreuungsvertrag. Weil Vereine oft mehrfach betroffen sind, bekommen sie ja schon einen verbilligten Preis.
Dann endet der Vertrag mit Ihnen und Ihr Nachfolger schließt einen neuen ab.
Wenn Sie nach dem 30.06.2009 ein Flug- oder Wartungshandbuch erworben haben, vermerken Sie das bitte auf dem Antrag. Sie bekommen den Kaufpreis für das Handbuch angerechnet.
Wenn Sie uns eines der betroffenen Flugzeuge zur Jahresnachprüfung, Reparatur oder sonstigem Umbau bringen, erhalten Sie auf die Arbeitskosten einen Preisnachlass, der bis zur Höhe des Betreuungsvertrages des Jahres gehen kann. Bitte fragen Sie unsere Serviceabteilung.
Wir haben die Verpflichtung, für aktuelle Wartungsunterlagen zu sorgen, und die Handbücher der alten Flugzeuge sind mehr als veraltet.
Wir müssen auch jedem Piloten ein solches Handbuch zugänglich machen, aber welchen Preis wir dafür verlangen, ist allein unsere Entscheidung. Wir sind durchaus nicht verpflichtet, irgendwelche Leistungen kostenlos zu erbringen.
Ja, aber es ist ein immenser bürokratischer Aufwand. Für Experimentalflugzeuge hat man ja gar keine andere Möglichkeit, als diesen Aufwand zu betreiben.
Wenn es keinen gibt und ein technisches Problem passiert, werden alle betroffenen Flugzeuge gegroundet. Aus diesem Grunde legt EASA großen Wert darauf, dass wir die Betreuung weiter machen.
Ja.
Nur zur Info:
Die EASA kümmert sich um die Sicherheit im Flugverkehr. U. a. vergibt sie die Musterbetreuung alter Flugzeuge, meist an den Hersteller oder dessen Nachfolger. Die EASA kümmert sich aber nicht um wirtschaftliche Aspekte. Ob die Betreuung Geld kostet oder nicht und wenn ja, wieviel Geld, ist für die EASA irrelevant.
Die Prüfung auf die absolute rechtliche Korrektheit unserer Vorgehensweise war das Allererste, was wir gemacht haben. Natürlich hat ein Rechtsanwalt dabei mitgewirkt. Wir machen doch nichts illegales!
Wir tun gar nichts als Sie auf die Folgen hinzuweisen:
Mit der nächsten Jahresnachprüfung brauchen Sie in aktuelles Wartungshandbuch. Wenn Sie das nicht haben, dürfen Sie ihr Flugzeug nicht mehr betreiben.
Wenn Sie von einem Kumpel sich ein Handbuch kopieren, begehen Sie eine strafbare Urheberrechtsverletzung.
Wenn Sie eine Frage haben oder ein Ersatzteil benötigen (auch über einen Servicebetrieb), werden Sie nach Ihrem Vertrag gefragt.
usw. usw.
Vor allem würden Sie sich eine für Sie notwendige Leistung von uns erschleichen, und das wäre extrem unfair.
So etwas werden doch gerade Sie nicht tun wollen, oder?
Wir haben uns wirklich die Entscheidung zu dieser drastischen Maßnahme nicht leicht gemacht. Keine andere Frage ist in den letzten Jahren so ausführlich im Hause diskutiert worden. Das Ersatzteilgeschäft deckt aber eben bei weitem nicht die entstehenden Kosten der ganzen Betreuung. Wir haben 15.000 Artikel für 2 Mio Euro Wert am Lager und beschäftigen 6 Leute in der Abteilung. Da bleibt nichts mehr übrig für die Kosten der Beratung und Betreuung.
Ein neues Flugzeug haben Sie jedenfalls ganz sicher nie von uns gekauft, sondern wären Sie ja gar nicht betroffen.
Die Entscheidung, welches das beste Flugzeug besonders für Sie oder Ihren Verein ist, fällen Sie ganz allein.
Mit dem Betreuungsvertrag kann das aber eigentlich nicht zusammen hängen, denn für ein neues Flugzeug haben Sie ja dauerhaften After-Sales-Service. Ein neues Flugzeug wird auf Dauer kostenlos von uns betreut. Und wenn Sie als Verein jetzt ein neues Flugzeug bestellen, bekommen Sie die Betreuung der alten Maschinen sogar zusätzlich auch wieder gratis.
Besonders für Vereine mit älteren, betroffenen Flugzeugen macht es also Sinn, jetzt ein neues DG-Flugzeug zu kaufen.
Das Problem liegt doch einfach darin, dass die alten Flugzeuge nicht von uns stammen und wir natürlich keinen After-Sales-Service leisten können, für Flugzeuge, die wir nie gebaut haben bzw. wir Kunden, die nie ein Flugzeug von uns erworben haben.
Das ist die Folge, dass wir die Betreuung aus der Insolvenz von Glaser-Dirks und Rolladen-Schneider übernommen haben. Nur geht das eben nicht mehr kostenlos.
Weil es damals weder Internet noch EASA gab!
Und der Markt für Neuflugzeuge lief damals auch besser, so dass eine Quersubvention eher vertretbar war.
Ja, die haben das betroffene Flugzeug doch auch verkauft! Das habe ich doch schon erklärt. Und im Übrigen ist jeder Hersteller selbst für das verantwortlich, was er macht und was nicht.
Das ist allerdings ein interessanter Gedanke.
Mir war nämlich gar nicht bekannt, dass die Mafia sich um die Sicherheit im Segelflug kümmert, tausende technischer Fragen beantwortet oder notwendige Technische Mitteilungen heraus gibt neben einer Füller weiterer Leistungen.
Seien Sie doch so lieb und nennen Sie mir ein paar Beispiele, wo die Cosa Nostra in dieser Beziehung tätig geworden ist.
Sollten Sie dies allerdings wider Erwarten nicht können, würde ich Ihnen gern einen Ratschlag erteilen wollen:
Erst sollten Sie Ihr Gehirn einschalten und erst dann zur Tastatur greifen. Bitte halten Sie unbedingt genau diese Reihenfolge ein und machen Sie es niemals umgekehrt!!!
(Habe ich es eigentlich nötig, mich so behandeln zu lassen? Wo ständen Sie heute, wenn ich nicht Glaser-Dirks und/oder Rolladen Schneider übernommen hätte?)
Sie wollen doch nicht ernsthaft eine Unterscheidung in DG- und LS-Kunden konstruieren, oder???
Beide Firmen waren insolvent, wurden von mir übernommen und alle Kunden sind mir gleich lieb. Da wird nichts differenziert!
Nun hören Sie doch bitte auf zu schimpfen! Ich hätte bei DG Flugzeugbau die Betreuungsabteilung schließen müssen. Hätten Sie das gewollt?
Man kann heutzutage keinen notwendigen Service verlangen und bekommen, ohne für die Kosten zu bezahlen.
Das ist doch nicht nur bei uns so!
Niemand bei uns will die Kunden "abzocken" und niemand will "eine Lizenz zum Geld drucken". Wir wollen nur einen fairen Ausgleich für unsere Kosten, und das geht leider nicht anders!
Wenn jemand ein Flugzeug konstruiert, baut, verkauft und eine Serie auflegen will, muss er es "zulassen". Mit der Zulassung bekommt er ein Kennblatt und dort ist er als Musterbetreuer eingetragen.
Wenn ein Musterbetreuer ausfällt (Insolvenz, Aufgabe der Arbeit, etc.) sind nicht gleich alle Flugzeuge gegroundet. Es fliegen viele ohne Betreuung, aber das sind immer nur welche aus Kleinserien. Wenn nämlich mal ein Unfall passiert, der auf einer Konstruktionsschwäche beruht, muss eine Technische Mitteilung erstellt werden, und wenn es dann keinen Musterbetreuer gibt - ja, dann stehen alle Flieger still.
Die erste Konsequenz ist also: Musterbetreuung muss sein!
Die EASA hat in ihrem umfangreichen Regelwerk sehr genau die Pflichten eines Musterbetreuers definiert. Man kann sie nachlesen auf der EASA homepage. Es ist die EU-VO 1702, Teil 21. Der Umfang der Musterbetreuung ist also durch eine Art "hoheitlichen Akt" festgelegt.
Die EASA hat aber nicht in gleicher Weise Rechte eines Musterbetreuers definiert. Insbesondere nicht das Recht, Gebühren zu verlangen. (Bei ihren eigenen Gebühren geht sie dagegen sehr präzise vor!). Die EASA muss sich aber auch nicht um die wirtschaftlichen Belange der Musterbetreuer kümmern. Die EASA ist für die Sicherheit da. Wie der Betreuer die Bezahlung regelt, muss er schon selbst erfinden.
Ganz nebenbei schimmert hier wieder die Denkweise der Großluftfahrt durch, denn dass eine Firma Airbus gegenüber einer Lufthansa kostendeckende Preise für die Musterbetreuung der Flieger durchsetzen kann, will sicher niemand in Zweifel ziehen. Das Thema interessiert die EASA also nicht - wohl auch zu Recht!
Zu den Pflichten des Musterberteuers gehört es in aller erster Linie, "dass er da ist". Er ist der Ansprechpartner für alle Fragen der Sicherheit des Musters. Er ist für die Baureihe verantwortlich, nicht für das einzelne Flugzeug. Dafür gibt es die Instandhaltungsbetriebe.
Die Musterbetreuer muss also allen Luftämtern z. Bsp. helfen bei der Unfall-Ursachenforschung. Besonders die amerikanische FAA beschäftigt uns regelmäßig mit solchen Fragestellungen und verlangt ganze Gutachten, wenn es zu einem Unfall kam. Natürlich akzeptieren sie dafür keine Rechnungen.
EASA legt ferner fest, welche Anforderungen ein Musterbertreuer erfüllen muss. Er muss mindestes drei unabhängige Ingenieure haben - kleine Betriebe schaffen schon das nur mit externen Kräften. Er muss sich zertifizieren lassen mit regelmäßig wiederkehrenden Audits (und Gebühren). Er muss ein Qualitätsmanagment vorweisen usw. usw. Auch hier schimmert in vielen Dingen wieder die Großluftfahrt durch, deren Regeln einen mittelständischen Betrieb förmlich erdrücken können.
Für Piloten ist der Musterbetreuer der natürliche Ansprechpartner für alle technischen Fragen. Dass diese Tätigkeit bei uns inzwischen explosionsartig gewachsen ist, wurde schon an anderer Stelle berichtet. Manche Musterbetreuer - Rolladen-Schneider z. Bsp. - machten das ganz cool:
Sie stellten sich tot. Niemand bekam eine Antwort!
Unser Stil ist das nicht. Aber allein das Beantworten der Fragen bindet mehrere leitende Angestellte.
Leider kann man dafür ebenso wenig eine Rechnung schreiben. Sollen wir jeden Frager erst sein Problem schildern lassen und ihm dann - vor der Antwort - einen Betrag nennen, den wir ihm hinterher in Rechnung stellen? Absurde Vorstellung!
Und der Musterbetreuer ist der Ansprechpartner der Instandhaltungsbetriebe weltweit, die bei schwierigen Reparaturen umfangreiche Hilfestellung einfordern mit speziellen Reparaturanweisungen, Zeichnungen, Belegeplänen etc. Das haben wir bisher auch immer kostenlos gemacht.
Schließlich ist der Musterbetreuer für die Aufrechterhaltung der Sicherheit der Konstruktion verantwortlich. D. h., dass bei einem Unfall mit Bauteilversagen eine weltweite Meldepflicht an die zuständige Behörde, die EASA besteht und dass dann der Musterbetreuer die Aufforderung bekommt, Stellung zu nehmen, ob es sich um einen Bedienungs- oder Konstruktionsfehler handelte. Im letztere Fall muss eine Lösung erarbeitet werden, die für alle übrigen Flugzeuge dieser Baureihe einen vergleichbaren Unfall ausschließt. Und daraus entsteht dann eine Technische Mittelung und eine AD (Lufttüchtigkeitsanweisung) - wofür der Musterbetreuer auch noch Gebühren bezahlen muss.
Es gibt wirklich für diese Tätigkeit keine Entsprechung z. Bsp. in der oft zitierten Autoindustrie. Wenn dort nach 30 Jahren bei einem Auto ein Gestänge abreißt, dann ist es eben kaputt. Bei einer DG-100 muss dagegen der Lagerbock verstärkt werden und zwar bei allen anderen 30 Jahre alten Flugzeugen ebenfalls. Und das muss der Musterbetreuer organisieren.
Und der Musterbetreuer ist verantwortlich für Erstellung, Pflege und Verteilung der Handbücher. Die Erstellung macht er als Teil der Erstzulassung, aber die laufende Pflege ist ebenfalls dringend notwendig, denn es gibt immer wieder neue Erkenntnisse, die für einen sicheren Flugbetrieb an die Piloten weiter gegeben werden müssen.
Hier hat die EASA-Regel nach meiner Meinung einen "Webfehler":
Wilhelm Dirks hat mir schon vor Jahren gesagt, dass wir die alten DG- und LS-Handbücher dringend überarbeiten müssten. Da seien viele Fehler drin.
Sie kennen mein Engagement für mehr Sicherheit im Segelflug, aber in dem Moment habe ich schon gefragt, wer mir diese Arbeit und die auch damit wieder entstehenden Gebühren bezahlt. Da sich dazu sicher niemand freiwillig bereit fand, habe ich die an sich notwendige Arbeit zurück gestellt. Hier wirkt sich also die fehlende Regelung über eine Gebühr für die Handbuchpflege sicherheitstechnisch negativ aus.
Selbstverständlich sind wir nach dem Beschluss im August, den Betreuungsvertrag zum Beginn des Jahres 2010 einzuführen, daran gegangen, alle Handbücher zu überarbeiten. Derzeit ist das Flughandbuch der DG-100 und der LS1 fertig sowie die Wartungshandbücher für alle übrigen DG- und LS-Flugzeuge. 5 Personen haben von August bis Dezember intensiv daran gearbeitet und tausende von Seiten eingescannt, überarbeitet, neu gestaltet. Die neuen Handbücher sehen ganz anders aus als die alten und sind vor allem - nach Prüfung auch noch durch das LBA hoffentlich - fehlerfrei.
Das ging ganz klar nur deshalb, weil wir mit dem Betreuungsvertrag unsere Arbeit auch bezahlt bekommen.
Dann machen wir sofort sogar noch mehr als vorher!
Darüber hinaus gibt es noch weitere kleinere Aufgaben des Musterbetreuers, die hier nicht alle erwähnt werden sollen.
Wenn nun ein Eigentümer sich ein Flugzeug anmeldet, akzeptiert er automatisch, dass er dieses unter den gültigen Regeln der Luftfahrt, den Regeln der EASA betreibt. Und damit akzeptiert er auch, dass er einen Musterbetreuer hat. Es muss wohl nicht erwähnt werden, dass er dann auch die Kosten der Betreuung tragen muss, oder?
Die Frage ist jetzt:
Sie ahnen - hoffentlich - schon die Antwort: "Überhaupt nicht!"
Fast alle Kosten entstehen allein dadurch, dass es "den Musterbetreuer gibt".
Sie entstehen durch eine Menge öffentlicher Gebühren und öffentlicher Lasten. Sie entstehen durch Anrufe und Mails von Piloten, die sich nicht abrechnen lassen. (Eine 0900....Nummer verursacht nur Dauerärger und funktioniert sowieso nicht aus dem Ausland!).
Einzig die Abrechnung der Kosten Technischer Mitteilungen durch die Forderung nach einer Freigabebescheinigung wäre denkbar.
Und genau diesen Schritt hat Ihr Musterbetreuer DG Flugzeugbau bereits versucht:
Wir hatten wie erwähnt im Sommer 2009 zwei TM's für die DG-100 und wir haben uns erlaubt, dafür etwas Geld zu verlangen. Da ging es aber los! Massive Proteste bis hin zu Beleidigungen waren die Folge. "Straßenräuberei" war noch das mindestes, was man mir vorwarf.
Darf ich mal fragen:
Hat Ihr Musterbetreuer es nötig, sich so behandeln zu lassen?
Soll das in aller Zukunft bei jeder TM jedes Flugzeugtyps wieder aufflammen?
Macht das "Spaß"?
Und so entstand die Überzeugung, dass es nur einen einzigen Königsweg geben kann:
Gesamtkosten der Betreuung geteilt durch Anzahl der Flugzeuge und dann ohne Ausnahme für alle gleich!
Und so entstand die Idee des Betreuungsvertrages.
Obwohl im vorstehenden Abschnitt die Zusammenhänge nach meiner Meinung klar und plausibel erklärt worden sind, scheint genau hier bei vielen Piloten noch immer ein Verständnisproblem zu liegen.
Immer wieder wird uns vorgeworfen, mit dem Betreuungsvertrag die Piloten "zu knebeln" und Ihnen keine Wahl zu lassen. Sie erklären dann oft, gern bereit zu sein, für alles Geld zu bezahlen, was Sie uns an Service abverlangen, aber wenn Sie nichts benötigen, dann sollen wir sie doch bitte in Ruhe lassen!
Genau dort liegt aber der Verständnisfehler:
Stellen Sie sich mal bitte vor, ab morgen würde niemand mehr uns irgendeine Frage stellen oder irgendein Teil bestellen.
Wären die Kosten der Musterbetreuung dann "weg"?
Es wird bei dieser Fragestellung hoffentlich jedem klar, dass genau das nicht der Fall wäre. Im Gegenteil würden nämlich fast alle Kosten noch unverändert entstehen, denn es sind überwiegend "Bereitschaftskosten" - ähnlich wie bei einer Feuerwehr.
Wir müssten die gleichen Ingenieure vorhalten, die gleichen Audits mit der EASA machen, die gleichen Gebühren bezahlen, die gleichen Stellungsnahmen zu Unfällen abgeben, die gleichen Untersuchungen machen, wenn es ein mögliches technisches Problem gab, usw. usw.
Ich wiederhole mich, wenn ich sage:
Und deswegen zeigen Forderungen nach einer "verursachergerechten Gebühr" lediglich, dass der Schreiber das Problem nicht verstanden hat.
Die einzige Verursachung ist die Tatsache, dass ein Flugzeug weiter fliegen soll.
Dafür braucht es einen Musterbetreuer.
Und dessen Kosten müssen alle Eigentümer dieser Flugzeuge gleichmäßig tragen.
Das ist die Idee, und so läuft es.
Von allen betroffenen Flugzeugen wurden 4.960 Stück gebaut.
Davon mögen heute noch etwa 4.000 fliegen, denn manche sind leider zerstört, aus dem Verkehr gezogen oder aus anderen Gründen nicht mehr im Betrieb,
Davon fliegen eine Reihe als "Experimental" z.Bsp. in den USA, Australien etc. und werden wohl eher nicht unseren Service in Anspruch nehmen.
Vereine mit neu bestellten DG Flugzeugen erhalten überdies den Vertrag für alte Flugzeuge kostenlos.
Wir rechnen auf mittlere Sicht mit etwa 3.000 Betreuungsverträgen.
Im Frühjahr 2009 haben wir mit Unterstützung unseres Steuerberaters eine genauere Kostenrechnung gemacht, um endlich mal zu wissen, was uns die Musterbetreuung eigentlich kostet. Das Ergebnis war erschreckend - es handelt sich um fast 300.000 Euro, die den Abteilungen direkt zurechenbar sind.
Dabei geht es wahrhaftig nicht nur um die 6.000 Euro, die wir für die Musterbetreuung Jahr für Jahr an die EASA bezahlen müssen. Viel teurer sind die regelmäßigen Audits und Zertifizierungen, zu denen jedes Mal ein Mitarbeiter des LBA kommt (gegen Kostenrechnung natürlich!). Sie haben sicher schon gehört, dass in den letzten Jahren viele Luftfahrttechnische Betriebe geschlossen wurden, weil auch die sich diese Kosten nicht mehr leisten konnten.
Kurioserweise macht die Betreuung der recht einfach scheinenden alten Flugzeuge mehr Aufwand als für die viel komplizierter gebauten neueren z. Bsp. der DG-808C. Der Grund liegt darin, dass für die heutigen Maschinen gleich Dutzende von Experten im Hause sind, während man sich bei den alten Flugzeugen auch für einfache Fragen vieles mühevoll zusammen suchen muss.
Ein voller Mitarbeiter reicht nicht aus, allein nur die regelmäßig einkommenden Fragen zu beantworten.
Überlegen Sie mal: Wenn von 4.000 Flugzeugen jeder Eigner nur eine einzige Frage pro Jahr stellt, sind das glatt 20 Fragen täglich. Die zu beantworten schafft man nicht in 8 Stunden.
Zu den ermittelten fast 300.000 Euro sind noch die unvermeidlichen "Overhead-Kosten" (Miete, Energiekosten, Abschreibung, Verwaltung etc.) zu addieren. Wir sind somit von 350.000 Euro/Jahr ausgegangen.
Mit dem Betreuungsvertrag werden eine ganze Reihe von Leistungen in Zukunft kostenlos erbracht. Es sind dies - wie oben erwähnt - die Handbücher, Zeichnungen, Lebensdauerverlängerungen zur Hälfte, Technische Mitteilungen etc. Mit diesen Leistungen hatten wir in 2009 fast 100.000 Euro umgesetzt (viel weniger als die damit verbundenen Kosten!), die in Zukunft im Betreuungsvertrag enthalten sind. Und wenn wir so also 450.000 Euro mit der Musterbetreuung erzielen müssen, haben wir noch nichts verdient.
Und natürlich kostet auch die Administration der Betreuungsverträge etwas.
Seit fast 14 Jahren bin ich Segelflugzeugbauer - ein extrem seltener aber schöner Beruf auf dieser Welt. Er hat mir sehr viel Spaß gemacht. Und es macht immer noch Spaß, manchmal zu erleben, wie ein "gestandener Mann" mit Freudentränen in den Augen seinen Lebenstraum zum ersten Mal aus dem Anhänger zieht.
Getrübt wurde die Freude durch beständig negative Betriebsergebnisse. Es verging kein Jahr, in welchem ich nicht privates Geld in das Unternehmen stecken musste. Nun bin ich - zum Glück für DG Flugzeugbau - kein armer Mann, und so hat es mir nichts ausgemacht, buchstäblich Millionen in Bruchsal zu versenken. (Das geht anderen Herstellern auch so. Viele wurden insolvent, andere sind in bekannten Schwierigkeiten; Geld verdient in der Luftfahrt so gut wie niemand!). Aber das war mir egal. Ich kann DG Flugzeugbau noch Jahrzehnte stützen, das Unternehmen ist "unkaputtbar", so lange ich dahinter stehe.
Und genau diese letzte kleine Einschränkung ist wichtig. Ich stehe nämlich nur auf Dauer dahinter, solange mir das Spaß macht. Und tut es das noch? Urteilen Sie selbst:
Vor 2 1/2 Jahren gab es Probleme mit den Holmen der DG-300. Im Jahre 1983 hatte ELAN in Slowenien "Murks gemacht". DG Flugzeugbau, gegründet 1996 in Bruchsal, hatte damit - für jeden erkennbar - überhaupt nichts zu tun.
Aber was musste ich mir da anhören? Man könne keine DG-800 kaufen wegen des total unzureichenden Qualitätsmanagment Systems im Hause DG. Wir seien verantwortlich für den Fehler und sollen gefälligst (nach 25 Jahren!) alle Flugzeuge auf unsere Kosten reparieren etc.
Sind diese Leute total daneben?
Am Ende konnten wir mit Zerreißproben nachweisen, dass der Holm auch unter den bestehenden Bedingungen hält, und 500 Piloten konnten mit leicht herab gesetzter Höchstgeschwindigkeit weiter fliegen. Mich hat die Aktion 30.000 Euro gekostet, und anpflaumen lassen musste ich mich auch.
Macht das Spaß?
Seit dem Frühjahr wissen wir definitiv, dass alle Sanierungsbestrebungen im Hause durch die explosionsartig zunehmenden Kosten der Musterbetreuung wirkungslos wurden. Im August haben wir die oben erwähnte Technische Mitteilung für die DG-100 deshalb mit einer Freigabebescheinigung versehen und um Kostenerstattung gebeten.
Was hat man mir persönlich da an den Kopf geworfen! Ich habe versucht, sachlich in den Foren zu antworten, aber das ist völlig sinnlos. Plötzlich hatte man ein Ziel; der Herr Weber las mit; jetzt erst richtig wurde unter dem Mantel der Anonymität herum gehackt.
Muss ich mir das gefallen lassen? Und muss ich solchen Leuten auch noch den Service kostenlos machen? Warum schmeiße ich die Brocken nicht einfach hin und fahre in mein Ferienhaus?
Ich weiß sehr wohl, dass die Masse der DG-/LS-Piloten anders denkt und jetzt auch darunter leidet, aber so dickfellig bin ich auch nicht, dass mir diese Beleidigungen etwa nicht die "weiße Wut" erzeugt hätten!
Auf einem langen Spaziergang habe ich mich seinerzeit wieder abgeregt und dabei die Idee des Betreuungsvertrages entwickelt.
Als der Betreuungsvertrag schon "in Arbeit" war, war ich deshalb auch beim LBA. Am Ende "plauderten" wir über die Segelflieger und speziell über die Situation, dass das LBA - gemäß seinem Auftrag für mehr Sicherheit zu sorgen - den F-Schlepp an der Bodenkupplung vor Jahren verbieten wollte.
Ich habe daraufhin meine ganz persönliche Untersuchung gemacht und - mit allen Vorbehalten - mich erschrocken, dass immer noch so viele Unfälle passieren. Ich habe deshalb angeregt, im Sinne der Verbesserung der Flugsicherheit, unbedingt eine Bugkupplung zur Pflicht zu machen.
Man kann mit Sicherheit zu diesem Thema zwei Meinungen haben, klar!
Aber dass mir heute noch Zeitgenossen den Vorwurf machen, ich wolle sie ja nur mit meinem Vorschlag abzocken und mein Unternehmen sanieren, ist ein direkter Angriff auf meine persönliche Integrität. So etwas hatte ich nie im Sinn; ich wollte nur Leben retten, sonst nichts!
Macht das Spaß?
Und was im Dezember passierte, war dann die Krönung. Dass niemand über den Betreuungsvertrag glücklich ist, war vorhersehbar. Dass aber viele Piloten sich überhaupt nicht die Mühe machen, den Artikel komplett zu lesen, bevor sie schweres Geschütz auffahren, ist eine unmögliche Diskussionskultur. Von "Schutzgelderpressung" über "Mafiamethoden", "Abzockerei", "Illegales Verhalten" war alles dabei. Und das sagt man jemandem, der schon Millionen für die Musterbetreuung von Flugzeugen ausgegeben hat, für die er nie vorher einen Euro gesehen hat!
Nein, diese Schreihälse haben den Betreuungsvertrag nicht "verursacht". Es ging auf Dauer sowieso nicht so weiter. Eine Deckung der Kosten muss einfach erfolgen.
Aber beschleunigt haben sie den Vertrag in jedem Fall. Ohne diese beleidigenden Anwürfe hätte ich wahrscheinlich mit meinem Geld Ihr Hobby noch etwas länger unterstützt.
Durch die letzten Reaktionen ist mir ferner klar:
Wir werden das jetzt so machen wie geplant. Ich sehe es nicht ein, weiterhin privates Geld für andere auszugeben, von denen sich eine ganze Anzahl nicht benehmen kann.
Wir hatten zu Beginn mit der Einführung des Betreuungsvertrages ein massives Kommunikationsproblem und hatten unzureichend unterrichtet, wodurch auch ein Teil der negativen Kommentare hervor gerufen wurde.
Die Ursache war ein unangenehmer Zeitgenosse - der sich sicher für unglaublich wichtig hielt! -, der trotz der Bitte um Vertraulichkeit unseren Brief an die LTB's gleich in Foren veröffentlichte bzw. den nicht veröffentlichten Link weitergab an jemanden, der ihn dann veröffentlichte.
Wir müssen uns für nichts schämen, was wir tun, aber das war natürlich keine Info für ein "Laienpublikum". Wer von den Piloten weiß denn genau, was ein "Musterbetreuer" für Aufgaben hat, wer kann abschätzen, ob der Preis gerechtfertigt ist, usw?
Das alles sollte man erklären, ("Schaffen Sie Transparenz, Transparenz, Transparenz!!!), aber die Erklärungen waren noch nicht fertig, als hier jemand vorpreschte.
Inzwischen habe ich die Musterbetreuung erklärt, aber ich wollte dennoch deutlich machen, dass mir die "verunglückte Kommunikation" durchaus bewusst ist. Dafür kann ich nur um Verständnis bitten.
Es war nicht so geplant!
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Es wurde auch mehrfach bemängelt, dass die ganze Sache etwas plötzlich, "überfallartig" kam. Auch daran ist nicht zu rütteln. Auch das stimmt wohl. Den Zeitablauf habe ich schon skizziert. Nach Monaten der Vermutungen, dass hier etwas massiv in unseren Kosten falsch läuft, kam es im Frühjahr zu genaueren Untersuchungen und dem erschreckenden Ergebnis.
Das hätte uns noch nicht zu sofortigen krassen Maßnahmen veranlasst, aber dann kam es im August, als wir versuchten, anlässlich einer Technischen Mitteilung für die DG-100 unsere Kosten gedeckt zu bekommen, zu massiven Protesten und Beleidigungen meiner Person.
Ich will mich gern dafür entschuldigen, dass mir da der Kragen geplatzt ist und ich - als mir die Lösung des Betreuungsvertrages eingefallen war - für dessen schnelle Umsetzung plädiert habe. Die aber ist eigentlich nur zum Anfang eines Jahres möglich, und so wurde es etwas hektisch.
Jetzt besteht zweifelsfrei die Situation, dass die Masse der "vernünftigen" Segelflieger unter den Entgleisungen einiger weniger etwas zu leiden hat.
Ich schrieb schon, dass der Betreuungsvertrag unumgänglich ist und sowieso gekommen wäre. Aber er wäre vielleicht nicht so schnell gekommen oder mehr in Form eines Stufenmodells, oder was weiß ich.
Bitte erwarten Sie jetzt nicht, dass wir Alles wieder zurück drehen. Die derzeitige Diskussionskultur - auch im englischen Sprachraum - gibt dazu wahrhaftig keinen Anlass. Auch hier kann ich alle nur um Verständnis bitten.
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Und dann gibt es einen Punkt, der nicht bedacht worden ist, weil wir ihn für selbstverständlich halten bzw. hielten:
Es handelt sich um den Vorwurf oder um die Sorge:
"Heute verlangt Ihr 245,-- Euro. Wer hindert Euch daran, morgen 490,-- Euro zu verlangen?"
Die Antwort fällt leicht, aber gesagt werden muss sie schon:
"Ich", oder auch "die leitenden Mitarbeiter von DG FLugzeugbau" oder auch "die Firmenkultur von DG" - vereinfacht ausgedrückt:
Wir müssen eine Deckung der entstehenden Kosten haben, und wir meinen nach wie vor, dass eine pauschale Umlage der gerechteste Weg ist, weil niemand die Musterbetreuung bestellen oder abbestellen kann. Jeder braucht sie einfach, und dann sollten alle auch gleichmäßig dafür bezahlen.
Aber wir würden so etwas niemals als eine "Lizenz zum Geld drucken" ansehen oder missbrauchen. Das ist nicht der Stil, mit unseren Kunden, den Segelfliegern umzugehen.
Und damit es wirklich JEDER glaubt, bin ich sogar bereit, die folgende Garantie abzugeben, die sich jeder gern kopieren und gut wegspeichern kann:
Das allerdings von vorn herein klarzustellen, wäre vielleicht hilfreich gewesen.
Sorry!
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Und dann kommt konstant und immer wieder der Vorwurf, unsere Aussagen seien womöglich gar nicht wahr und es sei sowieso alles gelogen!
Dazu gibt es allerdings keinen Ansatz einer Selbstkritik, denn auf unserer ganzen riesigen Webseite steht nicht ein einziges Statement, dass wissentlich falsch formuliert - also gelogen - wäre. Alle wichtigen Artikel werden von mehreren Personen Korrektur gelesen, bevor sie veröffentlicht werden. Da kann kaum noch ein Fehler drin sein.
Falls wirklich mal etwas falsch ausgedrückt wurde und uns ein Kunde darauf hinweist, wird es sofort geändert. Nein, über den Wahrheitsgehalt unserer Aussagen sollte niemand eine Diskussion anfangen - das wäre einfach lächerlich.
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Das Alles kann ich erklären, beschreiben, um Verständnis bitten usw. usw. Eines bleibt am Ende dennoch:
Das Ganze ist eine ziemlich "harte Nummer" und zwar besonders für Besitzer ganz alter Flugzeuge, die sich gern eine DG-808C leisten würden, wenn sie es denn könnten. Und weil sie es nicht können, fliegen sie vielleicht eine DG-100, LS1 o. ä. und müssen sich schon Mühe geben, die dafür entstehenden Kosten aufzubringen.
Liebe Piloten, es hilft Ihnen zwar nicht viel, aber auch das wissen wir durchaus.
Nur: Auch Ihr Flugzeug könnte womöglich nicht mehr betrieben werden, wenn der Musterbetreuer ausfiele. Das kann auch nicht in Ihrem Sinne sein. Ich kann es wirklich nicht ändern, aber ohne der Vertrag würden wir als Betreuer ausfallen müssen.
So haben Sie denn mein volles Mitgefühl, was Ihnen aber rein gar nichts nützt.
Ich wäre wirklich froh, wenn es ohne Betreuungsvertrag gehen würde.
Es geht aber nicht!
Wir befinden uns hier nämlich in einer nicht aufzulösenden Zwickmühle, zwischen "Skylla & Karyptis" sozusagen gemäß den "alten Griechen:
Manche unserer Kunden schreiben:
| Der Leiter der Kreditabteilung meiner Hausbank sagt:
|
Politiker können in solchen Situationen populistische Entscheidungen fällen, können einzelnen Klientelgruppen Steuergeschenke machen und deren Bezahlung der nächsten Generation aufbürden.
Unternehmer müssen wirtschaftlich notwendige Entscheidungen fällen, können nicht einzelne durch Quersubventionen auf Kosten anderer belasten und tragen die Folgen ihrer Entscheidungen selbt.
Das ist der Unterschied und jetzt gibt es genau zwei Alternativen:
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Und noch ein Letztes:
Niemand bei uns will irgend jemanden unserer Kunden am Fliegen hindern!
Selbstverständlich muss niemand am 1.1.2010 einen Betreuungsvertrag abschließen, bevor er weiter fliegen kann. Die Technische Mitteilung dazu ist ja noch nicht mal raus, und sie setzt eine Frist bis 31.3. oder gar 30.6.2010.
Aber auch wenn Sie eine Frage haben oder ein Erstzteil bestellen, werden wir in den ersten Monaten nicht so genau hinsehen. Wir werden Sie nur bitten, schon einmal einen Vertrag abzuschließen. Wann Sie den dann bezahlen, darüber kann man sich einigen, sprechen Sie uns deshalb ruhig an! Und dann bekommen Sie sofort den gewohnten Service. Wir sind keine Polizei und keine "GEZ"!
Es gibt also keinerlei Grund zu irgendwelcher Panik. Wenn bis Juli - also nach dem "offiziellen Termin" alle Verträge geschlossen sind, ist das auch früh genug.
Fliegen Sie bitte weiter und freuen Sie sich an Ihrem Flugzeug!

Nachdem sich die Flut der Mails und Komentare etwas beruhigt hat - und der vorweihnachtliche Trubel auch -, haben wir ein wenig Bilanz gezogen.
Ich werde hier keinerlei Mails zitieren. Es war alles dabei - von wüsten Verbalinjurien bis zu totalem Verständnis für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten mit der Hoffnung, uns noch lange als Musterbetreuer zu erhalten und Dank für den Service in der Vergangenheit.
Durch unsere Aktion ist erstmalig in der Gemeinde der Segelflieger der Eindruck entstanden, dass "Musterbetreuung" wirklich "etwas" ist, dass es nicht zum Nulltarif geben kann. Die Vorstellung etwa:
"Der Hersteller hat da von EASA so 'nen Zettel, und damit soll er mich bitte in Ruhe fliegen lassen!" diese Vorstellung war eben weit verbreitet und ist als naiv erkannt worden. Inzwischen wird umfangreich anerkannt, dass dahinter mehr steht und das auch bezahlt werden muss.
Zum Zweiten stößt man sich weniger daran, dass nun die Musterbetreuung bezahlt werden muss als vielmehr daran, dass man als Einzelner sich überfahren fühlt und selbst keine Einflussmöglichkeiten hat.
Man wäre durchaus bereit, zu einer Kostendeckung beizutragen aber eben lieber nach einem System, auf das man selbst Einfluss hat. Ein verpflichtender Betreuungsvertrag ohne direkt erkennbare Gegenleistung wird als unangemessen angesehen.
Die Reaktion hat uns nun wirklich nicht überrascht, denn sie war ja vorhersehbar - zumal nach den persönlichen auf mich Angriffen im August.
Aber mit den wütenden Protestmails kamen eben auch viele mit sehr vernünftigen Vorschlägen. Und die haben wir uns sehr genau durchgelesen.
Für das Jahr 2010 gilt bekanntlich, dass wir in den letzten Monaten mit vielen Leuten umfangreiche Arbeiten geleistet haben für dringend erforderliche neue Handbücher. Diese für jeweils 250,-- Euro zu kaufen, schien den meisten Piloten nachvollziebar und akzeptabel.
Und so soll es erstmal für 2010 bei unserem Vorschlag bleiben dergestalt, dass jeder Pilot die Handbücher für 245,--/195,-- Euro kauft und einen Betreuungsvertrag mit all den weiteren Vorteilen dazu bekommt.
Insofern ändert sich noch nichts, aber für 2011 werden wir mal im Moment die automatische Verlängerung des Vertrages zur Disposition stellen.
Das heißt konkret, dass Sie von uns im Laufe des Jahres 2010 einen Vorschlag bekommen werden, wie es weiter gehen soll. Dazu gibt es eine Menge Vorschläge, die wir alle gesammelt haben, soweit sie sinnvoll waren.
Da wurde z. Bsp. eine Art Clubmitgliedschaft vorgeschlagen in der Art:
Das wäre EINER von Dutzenden von Vorschlägen, aber Sie sehen schon, dass die geballte Kraft von Denkmodellen unserer Kunden interessante Ergebnisse hervorbringen kann. Wir sind da durchaus lernfähig.
DG Flugzeugbau bleibt wie immer gesprächsbereit und versucht, auf die Vorstellungen der Kunden zuzugehen.
Nur können wir wirtschaftliche Zwänge nicht einfach weg diskutieren sondern müssen nach Kompromissen suchen.
Und genau das werden wir im Laufe des Jahres 2010 machen.
http://www.aopa.org/aircraft/articles/2010/100107hbc.html
und
http://www.hawkerbeechcraft.com/include/content_view.aspx?id=12013
Zur Erläuterung:
Alle großen Hersteller von Motorflugzeugen verkaufen schon lange für sehr, sehr viel Geld jährlich ihre Wartungsunterlagen an Instandhaltungsbetriebe. Davon sieht der Kunde scheinbar nichts, muss die Kosten aber natürlich über den Wartungspreis mit bezahlen.
Die jetzt neue Maßnahme der Firma Hawker Beechcraft, die 38.000 alte Flugzeuge betrifft und zeitgleich mit unserem Betreuungsvertrag in Kraft trat, setzt da noch eins drauf, denn die hier angegebenen Kosten fallen nun zusätzlich an. Jede Frage, jede Zeichnung etc. kostet erstmal 125$
Sie sehen: Die Probleme sind überall die gleichen!
Im vorigen Jahr hatten wir alle neuen Handbücher fertig gestellt und eingereicht, aber die notwendige Prüfung und Anerkennung durch EASA bzw. LBA zieht sich nun doch länger hin als gedacht. Das ist allerdings auch nicht ganz überraschend, sind es doch mehr als 1.000 Seiten Dokumente, die es durchzusehen gilt!
Weil wir immer wieder darauf angesprochen werden, lassen Sie mich das Folgende noch einmal wiederholen:
In einem Satz:
Es macht nichts, dass die neuen Handbücher derzeit noch nicht lieferbar sind, und es lohnt nicht, mit dem Abschluss des Betreuungsvertrages bis nächstes Jahr zu warten.
In einigen Kommentaren - so sogar auf der Webseite des DAeC und anderer ausländischer Luftfahrtorganisationen - wurden Zweifel geäussert, ob denn neu heraus gegebene Handbücher überhaupt verbindlich seien.
Natürlich hatten wir das schon im Vorfeld geklärt aber dennoch am 4. März 2010 bei der EASA genau zu diesem Thema einen Besprechungstermin. Anwesend waren 4 Mitarbeiter der EASA - darunter je ein Experte für das "rule making" und für "Part M", zwei Herren des Luftfahrt-Bundesamtes, zwei Vertreter von DG.
In einer sehr pragmatischen Athmosphäre wurden die verschiedenen Fragen diskutiert , und es war sofort festzustellen, dass die EASA sich von niemandem "vereinnahmen" lässt sondern nach nur einer einzigen Maxime handelt:
Der Rechtmäßigkeit aller Maßnahmen im Sinne geltender Gesetze und eigener Regelwerke.
Wer von Ihnen sich also nun genau mit dieser Frage auseinander setzen will, ist eingeladen, die Zusammenfassung zu lesen, die Wilhelm Dirks von dem Gespräch erstellt hat.