DG Flugzeugbau GmbH / Passion, Power + Performance

Die automatische Betankungsanlage

Wenn Sie einen Motorsegler mit Klapptriebwerk betanken wollen, haben Sie im allgemeinen vier Möglichkeiten:

1. Sie können das Benzin aus Kanistern mit einem Trichter direkt in das Flugzeug einfüllen.
Von dieser Methode möchten wir dringend abraten. Es kommt zu leicht Schmutz auf diese Weise in den Tank, auch wenn Ihr Trichter ein feinmaschiges Sieb enthält. Schmutz ist aber deshalb besonders problematisch, weil wir in der Luftfahrt keinen Papier-Feinfilter einsetzen können, der fast alles ausfiltert. Solche Papierfilter können sich nämlich schlagartig zusetzen, und das wäre es dann gewesen.
Andererseits ist die Betankung über den Einfüllstutzen natürlich schon sinnvoll, wenn Sie bei einem Wandersegelflug direkt an der Tankstelle eines Flugplatzes tanken wollen.

2. Sie können aus Kanistern mit einer elektrischen Pumpe und Filter tanken und sich diese Einrichtung selbst zusammenbauen. Sie benötigen nur aus dem KFZ-Handel eine passende Benzinpumpe, Filter, Schnellkupplungen, Schläuche Schalter, Stecker und Kabel - also eine ganze Menge Teile, die zusammen passen müssen. Beachten Sie bitte, dass die Pumpe immer mit Benzin gefüllt bleiben soll. Anderenfalls würde die Membran austrocknen - abgesehen davon, dass das Restbenzin Ihnen immer den Anhänger vollsabbert.

3. Einfacher ist es da schon, die ganze Betankungsanlage fertig bei DG zu kaufen. Bis auf den Stecker würde sie sogar auch zu Motorseglern anderer Hersteller passen. Sie müssen dann also nur die Pumpe anschließen, den Ansaugschlauch in den Kanister stecken und aufpassen, dass Ihnen der Tank nicht überläuft.

Betankungsanlage4. Am einfachsten ist die vollautomatische Betankungsanlage, wie wir sie für DG-Motorsegler entwickelt haben:

Im Flugzeug sehen Sie nur ein Schlauchende im Gepäckraum mit Schnellkupplung sowie einen Tippschalter in der Rückenlehne.
Fest eingebaut in das Flugzeug ist neben dem Filter eine dritte elektrische Kraftstoff-Pumpe. (Die erste läuft über Batterie und wird beim Bodenstart gebraucht. Die zweite läuft über den Generator als doppelte Sicherheit bei Stromausfall. Die dritte dient nur dem Tankvorgang!).

Sie brauchen also nur das mitgelieferte Schlauchstück an der Schnellkupplung zu befestigen und in den Kanister halten. Tippen Sie auf den Taster - die Pumpe läuft an. Ein Druckschalter im Tank signalisiert dem DEI, wenn der Tank voll ist. Die Pumpe schaltet ab und das DEI eicht sich neu auf 22 Liter. Alles fertig! Sie brauchen dabei auf nichts zu achten!

Und was tun Sie mit dem Einfüllstutzen und der großen Nylon-Verschluss-Schraube? Abkleben, denn die brauchen Sie nicht mehr - außer beim Wandersegelflug, wenn Sie an einem fremden Flugplatz keinen Kanister zur Hand haben!

So versuchen wir, auch in kleinen Sachen den Betrieb eines komplexen Motorseglers dem Piloten so einfach wie möglich zu machen.


Ein kleiner Hinweis:

Der Druckschalter, der signalisiert, dass der Tank voll ist, ist asymmetrisch angebracht.
Deshalb können Sie mehr Kraftstoff tanken, wenn Sie dabei das Flugzeug mit der rechten Fläche ablegen.

Und wie jede technische Einrichtung sollten Sie auch diese ab und zu kontrollieren:
Nach dem Betanken und automatischem Abschalten müssen Sie den Kraftstoff im Einfüllstutzen sehen können. Zumindest müssen Sie ihn mit einem kurzen Holzstab peilen können.
Diesen Test sollten Sie dann machen, wenn Sie einen echten "Langstreckenflug" vorhaben. Ansonsten arbeitet der Druckschalter - wenn er richtig eingestellt ist - sehr zuverlässig.

Um es noch einmal zu wiederholen:
Die DG-808C hat zusätzlich einen Tank-Einfüllstutzen und ist damit wohl derzeit der einzige derzeit gebaute "Klapptriebwerkler", den Sie an einem fremden Flugplatz direkt an der Tankstelle betanken können. Wir fragen uns allerdings schon, ob wir hier nicht die Perfektion möglicherweise zu weit treiben:
Wird der Tank-Einfüllstutzen bei unseren Kunden überhaupt genutzt?

Es würde uns sehr interessieren, hier mal Ihre Meinung zu hören. Bitte schreiben Sie uns kurz:

weber(at)dg-flugzeugbau.de

 


Ergebnis:

Auf diese Anfrage haben wir eine Reihe von Zuschriften bekommen mit - natürlich - ganz unterschiedlichen Meinungen. Manche Kunden hielten den Tank-Einfüllstutzen wirklich für überflüssig und erklärten, ihn in Jahren noch nie benutzt zu haben. Andere lobten ausdrücklich diese Möglichkeiten beim Wandersegelflug und für den denkbaren Fall eines Problems mit der Tankpumpe.

Da immerhin einige Piloten diesen Komfort nicht missen möchten, haben wir uns entschlossen, bei der DG-808C auch in Zukunft einen Tank-Einfüllstutzen anzubieten. Diese Entscheidung wurde ganz besonders gefördert durch ein Foto, welches unser Vertreter Bert de Wijs uns von seinem letzten Urlaub in Spanien zusandte:

Tanken direkt aus dem Tankwagen in eine DG-808B

 

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